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Sascha P. Forbach 4,9 · 99 Google-BewertungenZahlen & Fakten

MPU-Durchfallquote: die echten Zahlen.

Im Internet kursieren viele Prozentzahlen zur MPU – oft ohne Quelle. Hier finden Sie die offiziellen Zahlen der Bundesanstalt für Straßenwesen und eine ehrliche Einordnung.

30 Min. · kostenlos · Mo–Sa 9–21 Uhr · Antwort meist innerhalb einer Stunde

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Wie hoch ist die MPU-Durchfallquote?

Die verlässlichste Quelle ist die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). Sie wertet jedes Jahr die Ergebnisse aller amtlich anerkannten Begutachtungsstellen aus. Für die Jahre 2024 und 2025 wurden folgende Zahlen berichtet:

BegutachtungsjahrMPU gesamtGeeignetUngeeignetKursempfehlung
202570.13540.678 (knapp 58 %)26.651 (rund 38 %)2.805 (etwa 4 %)
202475.257knapp 57 %gut 39 %rund 4 %

Die Durchfallquote liegt also seit Jahren bei knapp vier von zehn Begutachtungen. Gleichzeitig sinkt die Zahl der MPU insgesamt: 2025 waren es knapp 7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Was bedeuten die drei Ergebnisse?

  • Geeignet: Das Gutachten ist positiv. Die Behörde kann die Fahrerlaubnis neu erteilen oder Sie behalten sie.
  • Ungeeignet: Die Zweifel bestehen fort. Das ist das, was umgangssprachlich „durchgefallen“ heißt.
  • Kursempfehlung: Die Eignung fehlt noch, lässt sich aber durch einen anerkannten Kurs wiederherstellen. Mehr dazu auf der Seite MPU-Nachschulung.

Gibt es Quoten nach Anlass?

Die BASt erfasst die Anlässe der Begutachtung. 2025 entfielen rund 40 Prozent auf Alkohol, etwa 21 Prozent auf Drogen und Medikamente (2024: 25 Prozent). Für 2024 berichtete TÜV SÜD unter Berufung auf die BASt außerdem knapp 19 Prozent Verkehrsauffälligkeiten ohne Alkohol oder Drogen, etwa wegen Punkten.

Vorsicht bei Zahlen ohne Quelle
In den öffentlich berichteten Kurzzahlen finden sich keine Durchfallquoten je Anlass. Wenn eine Website eine genaue Quote für „Alkohol-MPU“ oder „Drogen-MPU“ nennt, fragen Sie nach der Quelle.
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Warum fallen so viele durch?

Die Statistik nennt keine Gründe. Aus meiner Arbeit als Verkehrstherapeut kenne ich aber Muster, die immer wieder vorkommen:

  • Ursachen nicht verstanden: Die Antwort auf „Warum ist es passiert?“ bleibt oberflächlich.
  • Veränderung nicht belegt: Es fehlen Nachweise oder die Veränderung ist noch zu frisch.
  • Widersprüche zur Akte: Die Schilderung passt nicht zu dem, was der Gutachter in der Akte liest.
  • Auswendig gelernte Sätze: Sie halten Nachfragen nicht stand.
  • Zu früh zur MPU: Der Termin wurde gebucht, bevor die Vorbereitung abgeschlossen war.

Ausführlicher lesen Sie das im Artikel Die 7 häufigsten Fehler, die zum Durchfallen führen.

Wie hat sich die Zahl der MPU entwickelt?

Die Zahl der Begutachtungen geht seit einigen Jahren zurück. Für 2024 wurde bereits der dritte Rückgang in Folge gemeldet, 2025 sank die Zahl noch einmal um knapp 7 Prozent auf 70.135. Auffällig ist vor allem der Rückgang bei Drogen und Medikamenten: Ihr Anteil fiel von 25 Prozent im Jahr 2024 auf etwa 21 Prozent im Jahr 2025.

Die Verteilung der Ergebnisse ist dagegen bemerkenswert stabil. Nach den Berichten gab es zwischen 2024 und 2025 keine relevanten Veränderungen: Rund sechs von zehn Begutachteten erhalten ein positives Ergebnis, knapp vier von zehn ein negatives, ein kleiner Teil eine Kursempfehlung.

Was können Sie selbst beeinflussen?

Vieles, was zu einem negativen Gutachten führt, lässt sich vorher klären:

  • Akte kennen: Wissen Sie, was der Gutachter über Sie liest? Akteneinsicht schafft Klarheit.
  • Nachweise rechtzeitig beginnen: Wenn ein Abstinenznachweis nötig ist, braucht er Monate.
  • Ursachen verstehen: Nicht nur den Abend selbst, sondern die Zeit davor.
  • Veränderung beschreiben können: Konkret, mit Beispielen aus Ihrem Alltag.
  • Den Termin bewusst wählen: Erst zur MPU, wenn Sie sich innerlich bereit fühlen.

Ob Sie das allein schaffen oder sich begleiten lassen, ist Ihre Entscheidung. Eine ehrliche Abwägung finden Sie im Artikel Lohnt sich eine MPU-Vorbereitung?.

Was sagen die Zahlen über Ihre Chancen?

Ehrlich gesagt: wenig. Die Statistik mischt alle Anlässe, alle Begutachtungsstellen und alle Menschen – gut vorbereitete genauso wie solche, die ohne Plan zur MPU gegangen sind. Eine Unterscheidung nach Vorbereitung gibt es in den Zahlen nicht.

Was die Zahlen aber zeigen: Die MPU ist keine Formalität. Gleichzeitig wird die Mehrheit der Begutachteten als geeignet eingestuft. Es lohnt sich also, die Sache ernst zu nehmen – und es gibt keinen Grund, mutlos zu sein.

Bei MPU Point bereiten wir Sie in Einzelsitzungen online vor. Wir versprechen Ihnen kein Ergebnis, denn das kann seriös niemand. Wir sorgen aber dafür, dass Sie Ihre Akte kennen, Ihre Geschichte verstehen und das Gespräch in einer realistischen MPU-Simulation geübt haben. Der Festpreis für die komplette Vorbereitung beträgt 1.650 €, Ratenzahlung ist möglich.

Nach einem negativen Gutachten
Ein negatives Ergebnis ist kein Urteil fürs Leben. Wichtig ist, das Gutachten genau zu lesen und die genannten Gründe gezielt anzugehen. Wie das geht, erklärt der Artikel MPU nicht bestanden – was jetzt?.

Quellen

Häufige Fragen

Fragen zur MPU-Durchfallquote

Wie hoch ist die MPU-Durchfallquote?

Nach der Statistik der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) für 2025 wurden rund 38 Prozent der Begutachteten als ungeeignet eingestuft. Knapp 58 Prozent erhielten ein positives Ergebnis, etwa 4 Prozent eine Kursempfehlung.

Wie viele MPU gibt es pro Jahr in Deutschland?

Laut BASt waren es 2025 insgesamt 70.135 Begutachtungen, knapp 7 Prozent weniger als im Vorjahr. 2024 lag die Zahl bei 75.257.

Ist die Durchfallquote bei Alkohol höher als bei Drogen?

Die öffentlich berichteten Kurzzahlen der BASt nennen keine Quoten je Anlass. Seien Sie deshalb vorsichtig mit Zahlen im Internet, die eine bestimmte Quote für Alkohol oder Drogen behaupten, aber keine Quelle angeben.

Zählt eine Kursempfehlung als bestanden?

Nicht ganz. Das Gutachten stellt fest, dass die Eignung noch nicht vorliegt, aber durch einen anerkannten Kurs wiederhergestellt werden kann. Nach erfolgreicher Teilnahme genügt in der Regel die Teilnahmebescheinigung statt eines neuen Gutachtens.

Wie oft kann ich die MPU wiederholen?

Eine gesetzliche Höchstzahl gibt es nicht. Jeder Versuch kostet aber erneut die Gebühr und meist mehrere Monate. Mehr dazu im Artikel „Wie oft darf man die MPU wiederholen?“.

Erfährt die Behörde von einem negativen Gutachten?

Das hängt davon ab, an wen das Gutachten geschickt wird. Der ADAC rät, es zunächst nur an sich selbst senden zu lassen. Dann entscheiden Sie, ob Sie es einreichen.

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